Kurzschluss
Ausstellung: 56 Jahre Dornier Delta
Wenn auch nur in einem kurzen Intermezzo, so war die Firma Dornier im Fahrzeugbau aktiv. In einer kleinen Sonderschau zeigt das Dornier-Museum in Friedrichshafen bis zum 24. August die Pioniere der heutigen elektrobetriebenen Automobile.
Anfang der fünfziger Jahre machte Dornier erste Schritte im Fahrzeugbau, um das Unternehmensportfolio weiter zu diversifizieren und damit eine höhere Unabhängigkeit vom Flugzeugbau zu erlangen. Unter Führung von Claudius Dornier, Sohn des Luftfahrtpioniers, entstand der viersitzige Kleinwagen „Delta“. Seinen Namen verdankt er in erster Linie seiner dreieckigen Silhouette.
Trotz seiner kompakten Maße von gerade einmal 2,30 Meter Länge und 1,50 Meter Breite fanden in dem Kleinstwagen bis zu vier Personen Platz. Rücken an Rücken sitzend und den Motor zwischen den Passagieren platziert, blieb es für Dornier bei einem Prototyp. Einer Produktion zu marktgerechten Preisen konnte Dornier nicht Stand halten, so dass die Lizenz an den Motorradbauer Zündapp verkauft wurde. Dieser brachte bereits Erfahrung in der Fließbandfertigung mit und entwickelte aus dem Delta den später bekannten Zündapp Janus, von dem knapp 6.900 Fahrzeuge abgesetzt werden konnten.
Dornier entwickelte jedoch stetig weiter. So folgten in den sechziger Jahren die Versionen Delta II, der elektroangetriebene Delta IIe und sogar ein offener Kleintransporter Namens Delta IIG. Die E-Car-Variante, die sich mit Elektroantrieb fortbewegte, wird nun im Dornier-Museum ausgestellt.
Erfüllt heutige Anforderungen an die E-Mobilität
Die Energieversorgung der Leihgabe aus dem Automobilmuseum von Fritz B. Busch basierte auf Panzerplatten-Akkumulatoren. Der Delta IIe wurde 1972 sogar bei den Olympischen Spielen der Öffentlichkeit als Begleitfahrzeug während des Marathons präsentiert, obwohl der Delta IIe noch immer den heutigen Anforderungen an die E-Mobilität standhalten würde, blieb das E-Car von Dornier ebenfalls ein Projekt.
Die Entwicklungen Dorniers im Bereich alternativer Energieversorgung mündeten in den neunziger Jahren in weiteren Fahrzeugen. Gemeinsam mit Daimler-Benz entstanden beim Forschungsprogramm für Brennstoffzellenfahrzeuge unterschiedliche Fahrzeugtypen mit dem Namen „NECAR“ (Akronym für New Electric Car oder No Emission Car).
Mit dem NECAR 5.2 (A-Klasse) wurde 2001 während der Durchquerung des nordamerikanischen Kontinents die Fahrtüchtigkeit unter Beweis gestellt. Dabei legte das Fahrzeug in einem Zeitraum von 17 Tagen eine Strecke von insgesamt 5.250 Kilometer zurückgelegt. Die Höchstgeschwindigkeit lag bereits bei 150 km/h und einer Reichweite von max. 400 Kilometer.
Beide Fahrzeuge werden in einer kleinen Sonderschau bis 24. August im Dornier-Museum ausgestellt.
Öffnungszeiten
November bis April:
Dienstag bis Sonntag, 10 bis 17 Uhr
Mai bis Oktober:
täglich 10 bis 18 Uhr
Adresse
Dornier Museum Friedrichshafen
Claude-Dornier-Platz 1
88046 Friedrichshafen
Telefon +49(0)7541. 487 36 00
Fax +49(0)7541. 487 36 51
www.dorniermuseum.de
Text und Bild: Dornier-Museum Friedrichshafen

